Papas Hobby Nr. 2: Astronomie

letzte Änderung am 04.03.2007
Allgemeines Vixen GPE 114 Sky Watcher 200 Beobach-
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Astro-
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Seit Herbst 2000 bin ich im Besitz eines VIXEN 114 GP E und seitdem fleißig am "spechteln". Fast genau ein Jahr später hat sich der Lichthunger seine Bahn gebrochen und ich habe mir einen 200-mm-Newton der Fa. Antares/Skywatcher zugelegt.

Vielleicht erleichtert es Anfängern die eine oder andere Entscheidung, wenn jemand, der selbst noch nicht allzu lange beobachtet, hier mal seine Erfahrungen mit zwei häufig verwendeten Anfängerteleskopen unter absolut durchschnittlichen Umgebungsbedingungen darstellt.

Beobachtungsbedingungen

Alle Beobachtungen erfolgen, sofern nicht anders vermerkt, vom Balkon oder aus dem Garten eines Kleinstadt-Hauses, bei fehlender Vegetation im Angesicht von zwei Na-Hochdruck-Strassenleuchten. Damit sind die Beobachtungsrichtungen in Ost-West-Achse vorgegeben, Süden geht nur über die Baumwipfel (Fluch und, zumindest im Sommer, auch Segen). Die Beobachtungen fallen also in die Kategorie "Stadt-Astronomie". Die visuelle Grenzhelligkeit an guten Tagen beträgt etwa 4-4,5 m.
Habe mir jetzt (Frühjahr 2001) als Lichtschutz eine "Spanische Wand" aus Leistenrahmen und schwarzer Folie gebaut. Der Erfolg war besser als erwartet, die bescheidene Dunkeladaption, die unter den gegebenen Bedingungen erreichbar ist, geht nicht bei jedem Okularwechsel verloren und das Aufsuchen der Objekte wird deutlich vereinfacht.

Zur Vorbereitung der Beobachtungen verwende ich "Cartes du Ciel", durch die zusätzlich verfügbaren Kataloge aus dem Netz (bei mir Tycho 2) das absolute Non plus Ultra für den Anfänger

VIXEN GP-E 114

900 mm Brennweite, 114 mm (=4,5") Hauptspiegel (f/8) mit


Das Gerät ist mechanisch sehr sauber gearbeitet, der Okularauszug arbeitet ohne Spiel und lässt ein Fokussieren bis 200-fach problemlos zu. Die Original-Okus gefallen mir gut, das kürzlich für DM 100,- erworbene Plössl zeigt dagegen deutlichen "Tunnelblick", soll aber hauptsächlich zum Aufsuchen dienen und ggf. zum Fadenkreuz-Okular umkonstruiert werden.

Das Hartholzstativ trägt das Teleskop und auch einen Fotoapparat sicher. Lediglich der 6x30-Sucher macht seinem Namen alle Ehre und hat mich am Anfang mitunter verzweifeln lassen.

ANTARES "Sky Watcher" 200

1000 mm Brennweite, 200 mm (=8") Hauptspiegel (f/5) mit


Ich habe den den 8-Zöller ebenfalls auf die GP-E gesetzt, muß aber zugeben, daß diese mit dem Gewicht des Teleskops ihre Grenzen bereits leicht überschritten hat. Trotz zusätzlicher Gegengewichte lässt sich das Teleskop nicht mehr in allen Positionen einwandfrei bewegen, es gerät bei dem Versuch, "schnell" zu drehen, in eine Art Resonanzschwingung. Dies ist bei der visuellen Beobachtung, insbesondere beim Aufsuchen, zwar lästig, aber nicht grundsätzlich hinderlich. Dafür macht sich der große Sucher positiv bemerkbar, nur an die veränderte Darstellung gegenüber dem geradsichtigen Teil von Vixen muss man sich gewöhnen.

Die Halterung für das Sucherfernrohr kann nicht mit dem Vixen mithalten, sie besitzt nur zwei Schrauben zum Justieren, die dritte wird durch einen gefederten Bolzen ersetzt. Auch hat bei mir der Winkelsucher nicht in die Halterung gepasst, da war noch einige Feilarbeit nötig, um dem Al-Ring den notwendigen Durchmesser zu geben. Hier ist also bastlerisches Geschick gefragt. Die Rückseite des Fangspiegels ist offen, Hardliner empfehlen hier Schultafelfarbe oder Velours-Papier, ich habe diesen Eingriff bisher gescheut, da ich (mangels Erfahrung ??) noch keine Nachteile beim Beobachten empfunden habe (allerdings habe ich bei den ersten Versuchen der Langzeit-Fokalfotografie gemerkt, wenn direktes Licht auf den Fangspiegel fällt, also werde ich mir etwas einfallen lassen müssen). Bei 300-facher Vergrößerung merkt man, daß der Okularauszug "kippelt", vielleicht lässt sich hier noch etwas justieren.
Nachteile durch den Plate-Glas-Spiegel habe ich bisher kaum bemerkt, an den ersten wirklich kalten Tagen (bzw. Nächten) hat das Scope ca. 10-15 min. benötigt, um brauchbare Bilder zu liefern, damit kann ich leben.

Nachtrag Januar 2002: Ich muss mich etwas korrigieren. In wirklich kalten Nächten (unter -15 °C) braucht das Scope mindestens 30 min.

Insgesamt bin ich mit dem Gerät zufrieden, mehr kann man für diesen Preis nicht erwarten, und man bekommt wirklich schon eine menge zu sehen mit diesem Teil. Ich hoffe, der Lichthunger ist jetzt für eine Weile gestillt.

Fotografisch lassen sich gewisse Eigenschaften etwas "objektiver" beurteilen, und so habe ich den letzten Astrofotos mal ein paar Sterne entnommen:

Stern im Vixen

Aufgenommen mit den N 114, 3 min. ohne Korrektur nachlaufen lassen. Der periodische Schneckenfehler von 15 " ist deutlich zu erkennen Das Bild sieht am Rand der Aufnahme genau so wie in der Mitte aus, d.h. der kleine Spiegel hat kaum Koma.

Stern im Skywatcher, Bildmitte

Aufgenommen mit den N 200, 10 min. mit 1400 mm Nachführ-Brennweite. Die Sterne sind etwa doppelt so gross, aber ohne erkennbaren Nachführfehler.

Stern im Skywatcher, Bildfeldrand

Aufgenommen wie oben, der Stern stammt jedoch vom Rand des Fotos und ist deutlich langgezogen, und zwar in Richtung Bildmitte, d.h. das System weist eine deutliche Koma auf.


Die "Stabilitätsgrenze" für Astrofotografie beträgt (mit dem weiter unten beschriebenen Zubehör)1000 mm, es sind mir auch 1 oder 2 Aufnahmen mit 2000 mm gelungen, aber dies ist nicht stabil reproduzierbar. Damit (und bedingt durch die Fremdlichtverhältnisse) kann ich ohne Filter ca. 15 min. und mit Deep-Sky-Filter bis zu 30 min. belichten. Ich habe eine fotografische Grenzhelligkeit von 15-16 mag, je nach Spektralklasse, ermittelt.

Was man mit den Geräten sieht, und was nicht

ObjektNewton 114Newton 200
MondBis 200-fach einwandfreiBei 300-fach beeindruckend, aber Seeing-abhängig
JupiterBis 100-fach bei allen Bedingungen, 200-fach nur bei gutem Seeing, es ist schon Feingefühl beim Fokussieren notwendig; Die 4 hellen Monde sind und bleiben Punkte, ihre Durchgänge vor dem oder Schattenwürfe auf dem Planeten sind sichtbar, bleiben aber unspektakulär; Großer Roter Fleck wurde noch nicht versucht;200-fach fast immer, unter guten Bedingungen bis 300-fach. Deutlich mehr Details, auch Schatten etc. sind deutlicher zu erkennen. GRF bis jetzt noch nicht identifiziert.
Saturn Im Prinzip wie Jupi, Cassini-Teilung nach den ersten Versuchen fast immer sicher, von den Monden bisher nur Titan;Bei den ersten Versuchen locker bis 300-fach, trotz früher Stunde.
Deep-Sky Hier muss der Anfänger unbedingt vor zu grossen Erwartungen gewarnt werden (bei beiden Geräten !!), aber die Auswahl ist trotzdem riesig. Vorsicht ist vor allem bei den allseits bekannten Objekten einschlägiger Titelseiten geboten.
M 31 bleibt eine einzige Enttäuschung; ausser dem hellen Kern (in Form eines Nebelflecks) ist bei den ersten Versuchen gar nichts zu sehen, später, mit etwas geschärftem Auge, erahnt man etwas von den weiter aussen liegenden Gebieten. Hier macht sich die Lichtstärke deutlich bemerkbar, die GX ist wesentlich grösser, es sind jedoch keine Strukturen zu erkennen.
M 13Bei guten Bedingungen kann man einige Sterne im Randbereich auflösen, der Rest bleibt Nebel, auch bei höherer Vergrösserung.Aahh, daß sieht schon besser aus. Bei ersten Tests unter Vollmond und Schleierwolken starke "Auflösungserscheinungen", fast bis ins Zentrum, wirklich grandios. Bei 150-fach am besten.
M35,
M36,
M37
Absolut empfehlenswert, sehr schön aufzulösende offenen Sternhaufen. Sie waren für mich die absoluten Aha-Erlebnissse, ich habe sie, solange sie in meinen Beobachtungs-Korridor fielen, immer wieder angesteuert. Eine wahre Pracht, kaum noch zu steigern, am liebsten mit einem Großfeldokular und dann IMAX-Kino spielen ...
M 57Planetarische Nebel sind mit einem Gerät dieser Grössenklasse vermutlich immer recht problematisch. Der Ring-Nebel in der Leier geht gerade noch so, bei 100-fach ahnt man, dass es kein vermatschter Stern ist, bei guten Bedingungen ahnt man bei 200-fach einen Ring.Der Ring lässt sich bis 300-fach vergrössern, aber der Zentralstern bleibt verborgen, ebenso die Farben.
M 1 Den Krebs-Nebel habe ich erst im zweiten Anlauf gesehen, obwohl ich schon beim ersten Versuch sicher an der richtigen Stelle war. Er liegt absolut an der Grenze der Wahrnehmung.Hier komm die Öffnung voll zur Geltung, auch bei direktem Sehen lässt sich die Gestalt bereits gut erkennen.

Einen tollen Anblick bietet in jedem Fall und in jedem Instrument M42, der Orion-Nebel. An ihm kann man gut die "Schulung" des eigenen Auges beobachten. Bei den ersten Versuchen sieht man gut die hellen Teile, aber je öfter man M42 beobachtet, um so mehr von den großen Flügeln nimmt man wahr, jedenfalls ging es mir so. Mal sehen, was noch so auftaucht ..


Zum Aufsuchen von Objekten

Eines der grössten Probleme, vor dem ich am Anfang meiner Beobachterlaufbahn stand, war das Aufsuchen der Objekte. In der Literatur und auch im Internet werden immer wieder Sternkarten à la Karkoschka etc. empfohlen. Sie eignen sich sicher gut für die Auswahl der zu beobachtenden Objekte, aber für das Suchen (bzw. Finden!) eignen sie sich in meinen Augen weniger. Zum einen ist der Abbildungsmaßstab recht klein, d.h. der im Okular abgebildete Himmelsausschnitt ist im Atlas nur ein kleiner Kreis, zum anderen ist durch die zumeist seitenverkehrte und kopfstehende Abbildung im Fernrohr eine Orientierung nur für solche Beobachter möglich, die sich auch problemlos auf Linksverkehr einstellen können ;-).

Ich verwende fast ausschliesslich Aufsuchkarten, die ich mir mit Hilfe der oben erwähnten Software Carts du Ciel selbst angefertigt habe. Wichtig ist zunächst die Auswahl eines hellen "Leitsterns", der auch im Sucher leicht gefunden werden kann. Beispiel: von Beta Cas (Algol) zu M34

Für großes Bild (72 k) klicken Mit Hilfe des maßstabsgerecht eingeblendeten Gesichtskreises des verwendeten Okulars erhält man eine sehr gute Vorstellung davon, was man im Teleskop sehen müsste. Nun kann man sich über markante Sternformationen Schritt für Schritt an das Objekt der Begierde heranarbeiten ("Star hopping"). Wichtig ist eine gute Ausrichtung des Teleskops, denn dann kann man sich auch gut am Koordinatengitter "entlanghangeln". Für visuelle Zwecke reicht dazu eine einfache "Libelle" und ein Kompass aus, für Fotos ist ein Polsucher oder das Ausrichten nach der Scheiner-Methode unbedingt notwendig.

Konkrete Beobachtungsberichte


Beim Lesen (und Bewerten) der Berichte ist das Datum zu beachten, ich bin inzwischen
sicher, daß ich einige Objekte der jüngeren Zeit zu Beginn der Beobachtungen noch nicht
gesehen hätte ! (Wenn kein Scope aufgeführt ist, wurde mit N114 beobachtet.)

Objekt


Astrofotografie

Jeder ernsthafte Hobbygucker versucht sich früher oder später auch mit der Astrofotografie. Ich bin in dieser Beziehung den Empfehlungen der Fachliteratur ("Astrofotografie für Einsteiger" von Klaus-Peter Schröder - wirklich guter Einstieg) sowie der Disskussionsboards im Internet gefolgt und habe mit Aufnahmen vom Mond sowie mit Sternfeldaufnahmen durch Normal- und Teleobjektiv angefangen.Dadurch gewinnt man erst mal ein Gefühl für Filmempfindlichkeiten und Belichtungszeiten.

Meine bisherigen Resultate gibt es in der Galerie zu bewundern.

Im Juli 2001 habe ich die ersten Versuche mit der sogenannten "piggy back"-Methode gemacht, d.h. Kamera am Teleskop befestigt (dort, wo eigentlich der Nachführ-Motor hinkommt ;-)) und dann mit Hilfe des Fadenkreuz-Okulars aus dem Sucher per Hand auf einen hellen Stern nachgeführt. Nachdem der Nordamerika-Nebel bei 5-minütiger Belichtung nicht auf dem Fuji Provia 1600 abgebildet war, habe ich es mit einer "klassischen" 400-er Emulsion versucht. Und siehe da, die Rotempfindlichkeit ist offenbar wesentlich besser, bereits bei 3 Min. Belichtungszeit ist etwas zu erahnen, 5-6 Min. sind optimal, danach kommt der Himmelshintergrund hervor.

Als sehr zweckmäßig hat sich die Befolgung des Ratschlages erwiesen, das Teleobjektiv auf Bl. 4 abzublenden. Dies verringert die Vignettierung doch stark.

A pro pos Kamera: Bisher habe ich eine alte EXA 1b verwendet, die an sich für Astro-Zwecke gut geeignet schien: leicht, rein mechanisch, austauschbarer Lichtschacht/Prisma, M42-Anschluss, relativ preiswert. Sie hat jedoch den Nachteil, keine vollständige Öffnung für das 24x36-Format zu haben, was bei Brennweiten über 300 mm zu Vignettierung führt. Ich verwende jetzt eine VLC 3, für dieses Modell ist (mit etwas Glück) umfangreiches Sucher/Okularzubehör erhältlich. Ein kleiner Tip zur Modifizierung der Mattscheibe: Normale Mattscheiben sind meist zu dunkel für Astro-Zwecke, klarere schwer zu erhalten und teuer. Ich habe deshalb eine Hälfte der Mattscheibe mit transparentem Tesa-Film abgeklebt. Das wirkt Wunder !

Meinen ersten größeren EUR-Betrag habe ich in die Ersteigerung einer einfachen chinesischen Nachführung für die EQ5 bei einem bekannten Münchener Händler investiert. Dieses Teil passte werbungsgemäß auch an meine GP-E. In der ersten einigermaßen wolkenfreien Nacht wurden sowohl Sternfeldaufnahmen angefertigt als auch ein Versuch mit fokaler Fotografie durch das 114-er gewagt.
Die Ergebnisse waren recht ermutigend: Obwohl die Montierung nur recht grob (und eigentlich überhaupt das erste mal) eingescheinert wurde (Polsucher ist wegen fehlender Nordsicht auf dem Balkon nicht einsetzbar), sind die Sternfeldaufnahmen von einer bisher nicht gekannten Schärfe, und auch der Versuch der Fokalfotografie fiel über den Erwartungen aus. Nachführfehler zeigten sich (bei max. 2 minütiger Belichtungszeit, mehr hatte ich mich nicht getraut) erst nach dem Einscannen der Bilder bei sehr starker Vergrößerung.

In der Zwischenzeit habe ich mal einen ganzen Abend nur "gescheinert" und mir die Position des Stativs auf dem Balkon mit wasserfestem Eddingstift markiert. Mit etwas Glück lassen sich so Aufnahmen bis ca. 5 min. ohne Korrektur der Nachführung machen. Jetzt muss also ein Leitrohr oder ein Off-Axis-Guider her ...

Im Frühjahr 2002 habe ich mich zum Erwerb eines Polsuchers sowie eines Leitrohres in Form eines 70/700-er Refraktors entschlossen. Einen Adapter zur Montage von zwei Teleskopen mit Schwalbenschwanzschiene auf der Monti habe ich mir selbst gefeilt Erste Versuche aus dem Garten (mit Polarsternsicht) zeigten wiederum ermutigende Ergebnisse. Nach dem Einnorden mit dem Polsucher brauchte ich bei ca. 70-facher Nachführvergrösserung 15 min. lang nicht mehr zu korrigieren, dass reicht für Aufnahmen bis 300 mm Brennweite massig. Weitere Versuche mit 900 bzw 1000 mm Brennweite stehen noch aus, aber die Sommernächte sind halt kurz ...

Im Früherbst ist mir nun die erste Aufnahme mit 1000 mm Brennweite und Nachführung per 2700 mm Refraktor gelungen (NGC 281, s. Galerie). Diese Bilder stellen für mich einen grossen Fortschritt dar, sie zeigen keinen Nachführfehler, bei einer Auflösung von ca. 20" (2 eindeutig getrennte Sterne). Leider sind auch diese Aufnahmen vignettiert, so dass eine Computerbearbeitung unumgänglich ist.

Ein paar Worte zum Thema Fadenkreuzokular: Um sauber nachfüren zu können, braucht man ein beleuchtetes FKO mit ca. 10-15 mm Brennweite. Meine ersten Versuche habe ich mit einem preiswerten unbeleuchteten FKO (35 mm) gemacht, und vor die Öffnung des Leitrohres eine rote LED gehängt. Funktionierte bei kleinen Vergrösserungen gut, aber spätestens beim Einstz der zweiten Barlow-Linse wird das rote Licht wieder herausvergrössert. Also habe ich ein einfaches 10-mm-Oku zerlegt, ein Haar der Tochter so gut es ging vor der Feldblende befestigt und eine kleine LED mit untergebracht. Nun konnte ich vergrössern, so viel ich wollte, aber: Das Fadenkreuz springt bei unterschiedlichen Einblickwinkeln im Gesichtsfeld hin und her, warum auch immer .. Das macht das Nachführen nicht einfacher. Übrigens kann ich vor manchmal empfohlenen blinkenden LEDs nur warnen, nach mehr als 20 min. des Starrens auf so ein Teil ist man reif für die Insel. Schweren Herzens habe ich Anfang 2003 ein gebrauchtes Doppel-FKO von Vixen (12 mm) gekauft, aber ich muss sagen, es ist das Geld Wert: Helligkeit stufenlos einstellbar, kein Springen etc, eine wirkliche Erleichterung.

Hier meine momentane Konfiguration: Der Skywatcher mit Leitrohr

Die neueste Anschaffung ist ein 2" Lumicon Deep Sky Filter (Durchlasskurve ist hier). Es ist hauptsächlich für die Fotografie konzipiert, kann aber auch im visuellen Bereich verwendet werden. Weisse Objekte erscheinen durch den Filter sowohl visuell als auch fotografisch etwas rötlich. Da der Filter in dem für ihn vorgesehenen Adapter nicht mehr in den Weg des Okularauszuges passt, habe ich ihn kurzerhand aus seiner Fassung geschraubt (eine Schieblehre war dabei sehr hülfreich) und in den T2-Adapter der Kamera eingebaut, der sich als zerlegbar erwies!

Anfang Dezember habe ich nun endlich den Film mit den ersten Filter-Aufnahmen entwickeln lassen. Die Verbesserung des Kontrastes ist wirklich enorm, habe Aufnahmen bis zu 30 min. machen können, bevor der Himmelshintergrund zu sehen ist. Selbst bei M31 ist eine deutliche Verbesserung zu erkennen, was natürlich alles über die Qualität meines Standortes sagt. Hier ein Vergleich von zwei Bildern des selben Objektes (NGC 281), mit (15 Min.) und ohne (10 Min.) Filter. Beide Bilder wurden im Abstand weniger Tage aufgenommen und einer absolut gleichen Bearbeitung unterzogen: NGC 0281 mit und ohne Filter

Deutlich ist der wesentlich bessere Kontrast auf dem rechten Bild zu erkennen, obwohl mit 15 Minuten Belichtungszeit der Filterfaktor von 2 noch nicht vollständig brücksichtigt wurde.

FILME:Von erfahrenen Amateuren wird der Kodak E200 (professional) favorisiert. Auch ich verwende diesen Filmin der Zwischenzeit, da ich ohnehin ein Dia-Fan bin. Er ist sehr rotempfindlich, was sich natürlich bei Gas-und planetarischen Nebeln sehr positiv auswirkt, in manchen Fällen aber auch zu einem etwas unausgewogenen Ergebnis (im vergleich zu professionellen Aufnahmen) führen kann. Vorher habe ich mit dem Fuji 400 auch recht ordentliche Ergebnisse erzielt, die Schwäche dieses Films ligt m.E. in der mangelnden Dichte des Hintergrundes.

LINKS

ASTRONOMIE.DEEin absolutes "Muß" für alle (deutschsprachigen) Amateurastronomen. In den Diskussionsforen findet man Antwort auf jede Frage, die Händlerdatenbank ist umfangreich und der Gebrauchtwarenmarkt besser als e-Bay.
Harald RottensteinerEine der besten privaten Astro-Seiten. Unmengen von Beobachtungsberichten, Fotos etc. pp.
CalSKYSehr gutes Tool zur Planung und Vorbereitung von Beobachtungen. Für den Beobachterstandpunkt werden alle wichtigen Ereignisse des gewünschten Zeitraumes berechnet (Auf-, Untergänge, Iridium-Flares, GRF und vieles andere mehr. Prädikat: Sehr wertvoll !
Wolfgang Strickling Schnörkellose (und damit schnelle!) Homepage von Wolfgang Strickling mit sehr vielen praktischen Tipps zu Teleskopen und deren Zubehör. Am besten auf der HD speichern, kann man immer wieder nachlesen.