| Prägraten | Vent | Meiern |
Im folgenden sind Wanderungen beschrieben, die wir in den vergangenen Jahren zu dritt, zu zweit oder allein unternommen haben.
Diese Wanderungen orientieren sich in der Regel an den Bedürfnissen einer Familie, d.h. sie sind auch mit Kindern
ohne weiteres zu bewältigen (bzw. in der Zeit, in der sich das Kind in der Animation befindet :)).
Hinterbichl/Ströden - Clara Hütte (2038 m)
Eine sehr empfehlenswerte Tour, vorbei an den Jausenstationen Pebell- & Islitzeralm, an den romantischen Umbalfällen
(Wasserlehrpfad) aufwärts, immer über der Isel. Im ersten Teil ein lebhaft frequentierter Weg, nach dem Wechsel auf die
rechte Flußseite lichtet es sich etwas. Nach 2/3 des Weges zweigt das Dabertal ab, durch das man die Neue Reichenberger
Hütte erreicht. Von der Clara Hütte aus kann man noch ein gutes Stück in das Umbaltal wandern, ohne übernachten zu müssen.
Gute Geher erreichen auch die kleine Phillip Reuter Hütte.
Hinterbichl/Ströden - Essener-/Rostocker Hütte (2208 m)
Der Weg führt durch das Dorfertal zunächst durch dichten Wald über mehrere steile Abschnitte hinauf in vegetationsärmere
Gefilde, immer unter der Materialseilbahn zur Hütte. Im oberen Abschnitt finden sich interessante Spuren zurückliegender
Gletschertätigkeit. Der Schlußanstieg zur Hütte führt über steile Geröllfelder, ist aber jederzeit gut gangbar. Je nach
Kondition braucht man 2-3 h für den Weg. Von der Hütte kann man einen Abstecher zum nahen Simony-Kees machen, das
Rostock-Eck (2749 m) besteigen oder aber weiter in Richtung Großer Geiger oder Simony Spitzen gehen. Auch der Übergang
über das Türmeljoch zur Johannis Hütte ist möglich. Das Tal wird von vielen Murmeltieren bewohnt.
Muhs-Panoramaweg
Der Muhs-Panoramaweg verbindet die Lasnitzen Hütte (1895 m) mit der Bergersee Hütte (2180 m) und führt stetig auf einem
etwas in das Virgental hineinragenden Bergrücken entlang, so dass ständig eine hervorragende Aussicht sowohl auf das Tal,
auf die Gipfel der Venediger-Gruppe als auch in das Dorfer Tal heinein besteht. Der Weg lässt sich in beiden Richtungen
gleich gut gehen, je nach Tempo und Pausendauer braucht man 4-5 h.
Berger Kogel (2656 m)
Der Ausfstieg führt am Zopatnitzen-Bach entlang bis auf die Bergersee Hütte (2182 m). Danach geht es in die
Bergeralm-Scharte und von dort einen problemlosen Anstieg zum Gipfelkreuz. Hier wird man mit einer wunderschönen Aussicht
auf das Virgental und die Venediger-Gruppe belohnt. Den Abstieg kann man über das Wetterkreuz (in das Tal ragender
Bergrücken) wählen. Für die gesamte Tour sollte man 5-6 Stunden einplanen.
Nachtrag anno 2004: Den (längeren) Rückweg von der Scharte in Richtung Welzelach
empfand ich als wenig angenehm, der Schluß-Abstieg von der Berger Alm nach
Prägraten führt über einen schmalen, rutschigen und dunklen Waldsteg.
Reichenberger Hütte über Großbachtal (2586 m)
Die (Neue) Reichenberger Hütte ist eine der am schönsten gelegenen Hütten, die ich bis
jetzt bewandert habe. Sie ist sowohl von St. Jakob im Defereggental als auch vom Virgental
aus erreichbar. Sie liegt in wild-romantischer Umgebung am oberen Rand des Trojer Almtals,
hinter (oder vor?) der Bach Lenke, die in das Großbachtal führt, direkt am Böden See.
Der Weg aus dem Virgental beginnt an der Jausenstation Pebell-/Islitzer Alm. Hier kann man
sich im Prinzip auch noch für die Variante über Umbal-Fälle, Daber Tal, Daber Lenke
entscheiden (s. Beschreibung Clara Hütte), dieser Weg ist aber bedeutend länger.
Der Anstieg von der Jausenstation bis zur Stürmitzer Alm bietet erst einmal 420 Höhenmeter
am Stück zum "Warmmachen" auf kürzestmöglicher Entfernung. Danach lichtet sich der Wald und
es wird langsam (!) gemächlicher. Bis zur Großbachalm bewegt man sich auf einem Fahrweg,
der auch sehr gut zu gehen ist. Danach geht es auf den üblichen Pfaden weiter in das
Großbachtal hinein. Der Weg ist gut markiert, auch wenn man sich gegen Talschluß mitunter
von Markierung zu Markierung hangeln muß. Die "Schlüsselstelle" ist der Aufstieg zur Bach
Lenke, hier wird es noch einmal richtig steil und einige Kalkfelsen lassen Hochgebirgs-
Feeling aufkommen, sind aber unkritisch, die Hände werden nicht benötigt.
Erst beim Überschreiten der Scharte rückt das Ziel der Wanderung ins Blickfeld, und auch
sonst lohnt (leider erst jetzt) das Panorama die Mühen des Aufstiegs.
Für den Rückweg stehen die oben beschriebenen Aufstiegs-Varianten zur Verfügung.
Konditionsstarke Geher können von hier aus noch den einen oder anderen Gipfel mitnehmen.
Ich habe für Hin- und Rückweg jeweils die ausgeschriebenen Gehzeiten von 4 bzw. 3 h
benötigt.
(Geschrieben unter dem Eindruck der Tour direkt am Abend im Hotel)
Defregger Haus (2962 m)
Die Route aus dem Virgental (von Hinterbichl mit dem Hüttentaxi bis zur
Johannis-Hütte über das Defregger Haus) ist der einzige Zugang zum Großvenediger,
der für Otto-Normalbergwanderer an einem Tag zu bewältigen ist. Aber auch ohne
dieses ehrgeizige Ziel ist es eine der schönsten Touren, die ich bis jetzt von
Prägraten aus gegangen bin.
Das Hüttentaxi (Tarif für Berg- und Talfahrt in 2004: 15 EUR) überwindet
in ca. 20 min. 700 Höhenmeter. Von dort sind es nicht mal mehr 1000 Hm bis zum
Defregger Haus, die in durchaus alpinem, aber nicht schwierigem Gelände in 2,5-3 h
zu bewältigen sind. Der Breite der getretenen Spur nach zu urteilen, dürfte
dieser Weg in der Hochsaison lebhaft frequentiert sein ... Die Aussicht auf die sonst
kaum sichtbaren Gletscher und Gipfel der Venediger-Gruppe auf diesem Weg ist einfach
grandios. Wenn man vom Defregger Haus noch ein paar 100 m geht, erreicht man einen
Grat, von dem aus man einen großen Teil des "restlichen" Weges zum Venediger
überblickt, nähmlich bis zum Rainer Törl. Da er jedoch von hier aus
nur noch über Gletschereis führt, ist er erfahrenen und entsprechend
ausgerüsteten Wanderern oder "Turi`s" in Begleitung eines Bergführers
vorbehalten. Er ist lt. Literatur ebenfalls in 2,5-3 h zu bewältigen,
so daß man, entsprechend frühzeige Auffahrt vorausgesetzt, die ganze
Tour tatsächlich an einem Tag bewältigen kann. Wer jedoch mit der sogen.
Hüttenromantik keine Probleme hat, kann natürlich oben nächtigen und
die Besteigung am nächsten Tag vornehmen, so wie es auf dem am häufigsten
begangenen Weg von der Neuen Prager Hütte aus üblich ist.
Diese Toren wurden von mir (Peter H.) allein gegangen, sind also etwas ambitionierter ...
Martin-Busch-Haus
Zum Busch-Haus führt ein lebhaft begangener und leider sogar befahrener (Berg-Taxi, Mountain-Biker) Weg mit sehr
gleichmäßigem Anstieg. Er führt durch das breite Tal des Niedertalbaches, vorbei an einer sehr urigen Schäferhütte und bietet
in der zweiten Hälfte Aussicht auf den Mutmalferner und den vergletscherten Similaun. Der Weg ist, je nach Marschzahl, in 2-3 Stunden zu
schaffen, so daß man genügend Zeit hat, von der Hütte aus weiterzugehen.
a) Niederjoch/Similaunhütte
Im ersten Teil über weite Almflächen, auf denen sich im September die Schafherden für den Rückweg nach Südtirol sammeln,
später nimmt der Weg alpinen Charakter an, ist aber jederzeit gut gangbar. Kurz vor dem Schlußanstieg zum Niederjoch muß
eine kurze Gletscherstrecke bewältigt werden, die jedoch völlig unkritisch ist. Vom Busch-Haus ist dieser Weg in 2-2½ h
zu schaffen. Wer schneller geht, schafft es vielleicht auch noch bis zur Ötzi-Fundstelle.
b) Kreuzspitze
Die Kreuzspitze ist einer der höchsten erwanderbaren Gipfel der Ostalpen und deshalb oft besucht. Im Juni 2005
habe ich ihn bei einem "Kurztrip" nach Vent bewältigt. Vom Busch-Haus führt ein steiler Anstieg
über Almen-Matten, meist stark von Schafen beweidet, hinauf zum Samoar-See (2900 m). Die in allen Karten
eingezeichnete verfallene Brizzi-Hütte ist ein eher unspektakuläres Mauergeviert von den Abmessungen
eines kleinen Zimmers, angelehnt an einen hohen Felsen.
Von dort geht es weiter steil, aber sicher, über Geröll- und Blockfelder bzw. je nach Jahreszeit, über
mehr oder weniger ausgedehnte Schneefelder, die auch schon mal die Wegmarkierung verschwinden lassen können.
Der Gipfel und sein Kreuz verbergen sich bis kurz vor dem Ziel den Augen des suchenden Wanderers. Eine Schlüsselstelle
befindet sich offenbar ca. 100 m unterhalb des Einstiegs auf den Gipfelgrat. Der markierte Weg führt über
ein großes Schneefeld, es ist jedoch (zumindest bei meiner Tour) keine Spur gegangen. Der von den Vorgängern
benutzte Aufstieg über ein steiles Geröllfeld verschliesst sich den Augen des ungeübten Alpinisten.
Wäre mir nicht ein absteigender Wandergefährte begegnet, wäre ich definitiv umgedreht.
Wenn man den Gipfelgrat erreicht hat, geht es auf einem fast bequem zu nennenden Pfad
weiter gen Gipfel, denn man dann auch (endlich!) ca. 50 m vor Erreichen desselben erblickt.
Der Ausblick ist natürlich gigantisch. Da ich meine Tour ausschließlich am Wetter terminiert habe, hatte
ich ein unbeschreibliches Panorama (Bilder s. vorhergehende Seite).
Insgesamt eine Tour, die ausser guter Kondition für 1500 Höhen-Meter keine ernsten Herausforderungen bietet,
zumindest, wenn man im Herbst geht. Ich habe den Aufstieg trotz mehrer Pausen und einiger mentaler
"Orientierungsphasen" fast in der am Busch-Haus angegebenen Zeit von 3 h bewältigt. Die Gesamt-Gehzeit
von (und nach) Vent betrug also knapp 10 h.
Für mich war dies der Höhepunkt meiner bisherigen "Lauf"-bahn!.
Wildes Mannle/Breslauer Hütte
Der Aufstieg wird durch den Sessellift auf 2300 m erheblich erleichtert. Der erste Teil des Weges führt (zunächst in
Richtung Breslauer Hütte) unübersehbar durch ein Wintersportareal, nach ½ h zweigt der Weg zum Wilden Mannle ab. Zuerst
steiler Aufstieg über Almen auf gut gangbaren Wegen bis zu einer zweiten Gabelung Hütte-Gipfel, die letzten 100 Höhenmeter
führen jedoch durch puren Fels, hier müssen die Hände zu Hilfe genommen werden. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind
Voraussetzung. Eine kleine Stufe ist nur mit Hilfe eines fixen Seils zu bewältigen, wohl deshalb wird der Gipfel manchmal
mit I klassifiziert. Die Aussicht vom geräumigen Gipfelplateau ist großartig. Gesamt-Gehzeit ca. 2-2½ h. Geübte können
für den Abstieg auch den Rofenkarsteig wählen, ich bin auf dem "Normalweg" bis zur zweiten Gabelung zurückgekehrt und von dort
zuerst über Gletscherrinnen und -grate, später über einen sehr schönen Höhenweg zur Breslauer Hütte gegangen. Von dort
führt die Skipiste wieder bis zum Lift.
Hochjoch-Hospitz
Das Hochjoch-Hospitz befindet sich über einer Gabelung des Rofentales. Der Weg von Vent führt vorbei an den Rofenhöfen hoch
über der Schaurig schönen Schlucht der Rofenache bis zur Einmündung des Vernagtbaches, dort über eine stabile Brücke und
weiter über hohe Almen hinauf zur Hütte. Er hat eine sehr gleichmäßige Steigung und ist in 2,5-3 h zu bewältigen. Wer
rechtzeitig aufgestanden ist, kann von der Hütte weitergehen.
a) Schöne Aussicht(=Bella Vista)
Hier ist man leider zunächst zum Abstieg bis auf den Talgrund (ca. 150 m) gezwungen, bevor man den Aufstieg in Angriff
nehmen kann. Wir sind diesen Weg noch nicht gegangen.
b) Brandenburger Haus
Direkt hinter der Hütte beginnt der steile Aufstieg zum Brandenburger Haus. Mit jedem Meter weitet sich der Blick auf die
Täler des Hintereisferners, und irgendwann erscheinen hinter einer Kuppe auch die beeindruckenden Eisbrüche des Kesselwandferners. Der Weg steigt
weiter hoch über dem Gletscher in eine seitliche Wand und läuft von dort in den flachen Teil des Eises ein. Bei ca.
3050 m muß man sich auf das Gletschereis begeben, um das Brandenburger Haus zu erreichen, das man schon seit einiger Zeit
inmitten des Gletschers, umgeben von einigen Gipfeln, sieht. Die Begehung des Hintereisferners wird nur am Seil empfohlen, daher
habe ich an dieser Stelle umgedreht, die Gehzeit vom Hochjochhospitz bis dahin betrug ca. 2 h.
Wetterspitz (2709 m)
Der Wetterspitz ist der nächstgelegene Gipfel und liegt auf dem Kamm zwischen Ridnaun- und Pflerschtal. Der Einstieg im
Dorf ist zwischen den Bauernhöfen etwas schwierig auszumachen. Er führt dann in stetigen Serpentinen durch den Wald in
die Almregion, vorbei an der Prischer Alm und später fast ständig auf einem kaum ausgesetzen Grat entlang.
Bei 2500 m geht man dann hinüber in das Allrißjoch, welches schon einen wunderbaren Ausblick auf das Pflerscher Tal mit
den gegenüberliegenden Gipfeln bietet. Vom Joch sind es etwa noch 200 Höhenmeter, die teilweise nur unter Zuhilfenahme
der Hände zu überwinden sind. Schwindelfrei und trittsicher sollte man sein, dann wird man nach insgesamt ca. 3 h mit
einem gigantischen Ausblick, der vom Alpenhauptkamm über die Dolomiten bis weit nach Südtirol reicht, belohnt.
Eine sehr schöne Tour, für die man 6-7 h benötigt.
Pfurnsee
Der Weg führt zunächst am Ridnaunbach entlang auf den Aglsboden, einen breiten Talkessel. Dort zweigt der Aufstieg zur
Aglsalm ab, einer sehr kleinen Hütte. Von dort geht es weiter unter die Felswände des (kleinen) Hocheck, wo es einige
ausgesetzte Passagen zu bewältigen gilt. Der Endanstieg führt über grobes Geröll. Am See herrscht eine himmlische Ruhe,
in der man die Aussicht auf die umliegenden Gipfel wirklich geniessen kann. Für Hin- und Rückweg benötigt man ca. 6 h.
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